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Wetterrückblick

» Der Juni 2023 schrieb Wettergeschichte «

03. Juli 2023 | Wetterrückblick|0|

Schillingsfürst | Der Sommerauftakt 2023 geht gleich in zweierlei Hinsicht in die Wetterannalen ein: Er brachte nicht nur den trockensten Juni seit mindestens 1894, sondern auch den sonnigsten seit Messbeginn im Jahre 1900. Dazu war der Monat auch sehr warm; das Temperaturmittel lag bei 18,4 Grad und wies den Juni um 1,6 Grad zu warm aus. Es war der drittwärmste nach dem Krieg und der 14. zu warme Juni in Folge.  

Kletterrose in voller Blütenpracht

Kein einziger Junitag blieb ohne einen Sonnenstrahl. Ganz im Gegenteil: An 25 Tagen schien die Sonne über acht Stunden lang, das hat es so noch nie gegeben. Immerhin an 19 Tagen schien die Sonne sogar länger als zehn Stunden, was nur im Jahr 2000 (21 Tage) noch etwas häufiger der Fall war. Es wurden zwei trübe Tage (weniger nur 2006: ein Tag) und elf heitere Tage (mehr nur 1976: 12 Tage) gezählt. Insgesamt stand das Fixgestirn während 338,6 Stunden am Himmel; das sind 49 Prozent oder 111 Stunden mehr als üblich. Man notierte nicht nur den sonnigsten Juni (bisher 2000: 324,1 Stunden), sondern den sonnigsten Monat überhaupt (bisher der Juli 1928 mit 327 Stunden). Zum Vergleich: Im bislang trübsten Juni schien die Sonne 1956 nur an 109 Stunden; jetzt mehr als dreimal so lang. Sonnenscheinreichster Tag war nun der 25. Juni mit 15:32 Stunden; es war der zweitsonnigste Junitag der Historie. Fünf der bislang 20 sonnigsten Junitage wurden im abgelaufenen Monat protokolliert. 

Die Niederschlagsspende erreichte nur 15,7 Liter; das sind 79 Prozent oder 60 Liter weniger als gewohnt. Bislang war der Juni 1962 mit 20,6 Litern der trockenste Juni der Witterungsgeschichte gewesen. Zum Vergleich: Im Juni 1961 regnete es 204,7 Liter. Statt wie üblich an 14 Tagen regnete es jetzt nur an neun Tagen; nur dreimal wurden noch weniger Regentage aufgezeichnet. Nur an einem einzigen Tag wurden Dunst oder Nebel beobachtet. Die mittlere Luftfeuchte betrug jetzt 43 Prozent; diese war nur im Hitzesommer 2003 mit 40,2 Prozent noch niedriger ausgefallen. An drei Tagen zogen sieben Gewitter über das Land. Dabei war der 8. Juni mit 4,4 Litern der niederschlagsreichste Tag. Auch das ist ein neuer Minusrekord, lag doch das bisherige Minimum für den regenreichsten Junitag bei 4,5 Liter aus dem Jahr 2014. 

Blick vom Wasserturm Schillingsfürst ins Wörnitztal

Wobei wir bei den Temperaturen wären, die – wie schon eingangs erwähnt – sehr hoch waren. Trotzdem waren die Juninächte jetzt am Boden mit durchschnittlich 7,8 Grad um ein Grad zu kalt; noch kälter war es dort zuletzt 2014 (6,9 Grad). Mit einem Maximum von 33,1 Grad wurde der heißeste Tag am 22. Juni notiert; es war der 12. heißeste Junitag nach dem Krieg. Gleich tags darauf wurde mit einer Höchsttemperatur von 18,9 Grad der kälteste Tag des Monats festgehalten; dieser war nur im Hitzesommer 2003 mit 21,0 Grad noch wärmer ausgefallen. Über den Monat hinweg wurden 29 warme Tage über 20 Grad (neun Tage mehr als üblich; mehr gab es nur 2003: 30 Tage), 18 Sommertage über 25 Grad (plus 8 Tage; nur dreimal gab es mehr solche Tage) und 4 heiße Tropentage (plus 2) gezählt. Dazu gesellten sich sechs Sommernächte (plus zwei Tage), an denen das Quecksilber nicht unter 15 Grad absank. Rekordtemperaturen wurden auch in einer Bodentiefe bis zu einem Meter gemessen. Beim Wind wurde nur eine Spitzenböe von 50 km/h aufgezeichnet; nur in den Junimonaten 1976, 1988 und 2014 gab es mit jeweils nur 46 km/h noch einen geringeren Wert. Dafür blies der Wind jetzt so selten aus West wie noch nie zuvor, dafür aber so häufig aus Ost wie in keinem anderen Jahr. Mehr Nordostwind als jetzt wurde auch nur 2018 gemessen. 

Heinz Meyer

Text & Fotos: Heinz Meyer


Icon Durchschnittstemperatur
ø-Temperatur
18,4 C°
1,6 C° zu warm



Niederschlag Icon
ø-Niederschlag
15,7 Liter
60 Liter zu wenig


Sonnenscheindauer.
Sonnenschein
338,6 Stunden
11 Stunden mehr als üblich


Icon Spitzenboe
Stärkste Windböe
50,0 km/h
am 26. Juni 2023


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