SCHILLINGSFÜRST | Bis auf eine Woche zum Ende des zweiten und Beginn des letzten Monatsdrittels war der Juli durchgehend zu warm. Aber auch in dieser kühleren Phase regierten Sonnenschein und Trockenheit. Weil zum Monatsende nochmals Rekordtemperaturen gemessen wurden, endete der Monat viel zu warm und extrem trocken und sonnenscheinreich. Nur im Juli 2006 schien die Sonne noch eine Stunde länger und die Trockenheit ist inzwischen zu einer ausgewachsenen Dürre geworden.

Über den ganzen Monat zählte man nur 8 (statt wie üblich 15) Niederschlagstage; weniger waren es in den vergangenen vier Jahrzehnten nur 2013 und 2022 (damals nur 5 Tage). Erstmals seit 2020 gab es keinen Starkregentag über 10 Liter. Die Monatsgesamtmenge lag bei 20,2 Liter; das sind 76 % oder 62 Liter weniger als gewohnt. Der trockenste Juli seit 2015 (damals 19,5 Liter) war gleichzeitig der 6. trockenste nach dem Krieg; noch niederschlagsärmer kamen nur die Julimonate 1949, 1952, 1964, 1971 und eben 2015 daher. Mit 9,8 Liter brachte der 13. Juli den größten Tagesniederschlag. Die Luftfeuchte war im Mittel so niedrig, wie seit 2006 nicht mehr und mit lediglich 15 % wurde (neben 2007) die niedrigste je in einem Juli gemessene Luftfeuchte notiert. Die höchste Luftfeuchte zum Nachmittagstermin (14 Uhr) war mit 78 % so niedrig, wie seit 1983 (damals nur 71 %) nicht mehr. Ferner zogen an 7 Tagen insgesamt elf Gewitter über das Land. Der fünfte zu trockene Monat in Folge brachte nur 2 Dunst- und 1 Nebeltag. Bislang erleben wir das trockenste Jahr seit 2015.

Beim Sonnenschein wurde eine Bestmarke nur knapp verfehlt. Durchschnittlich 10,5 Stunden brannte das Fixgestirn vom Himmel und brachte es in der Summe auf 324,1 sonnige Stunden; das entspricht einem Plus von 33 % oder 81 Stunden. Der Rekord von 2006 wurde nur um 1 Stunde verfehlt. Sonnigster Julitag war der 10. des Monats mit 15 Stunden und 19 Minuten Sonnenschein. Schon zum 6. Mal in Folge gab es keinen einzigen sonnenscheinlosen Tag. Dem standen aber 18 Tage mit mehr als zehn Sonnenstunden gegenüber; davon an neun Tagen mehr als 14 Stunden. Letzteres ist eine neue absolute Bestmarke, waren doch bislang 6 solche Tage (in 5 verschiedenen Jahren) das Maß der Dinge. Der fünfte zu sonnige Monat in Folge ließ die Sonnenscheinsumme auf 1503 Stunden anwachsen; kein Jahr zuvor war bis Ende Juli so sonnenscheinreich.
Die Durchschnittstemperatur lag im Juli bei hohen 19,8 Grad. Damit war der Monat um 1,3 Grad zu warm und war damit der wärmste Juli seit 2015 (damals 20,3 Grad). Seit Messbeginn vor 81 Jahren stehen nur sieben noch wärmere Julimonate in der Statistik. Vor allem die Tage waren jetzt im Schnitt mit 28,4 Grad extrem heiß und 3,9 Grad zu warm; nur 2006 (29,1°) gab es noch wärmere Tage. Die oft wolkenarmen Nächte sorgten aber dafür, dass diese in der Luft um 1,5° und am Boden sogar um 2,1 Grad zu kalt waren; dort wurden mit im Mittel 8,5° die kältesten Julinächte seit 47 Jahren protokolliert (1979 waren es nur 7,6°). Am Ende des Monats lief der Sommer – wie schon Ende Mai und Ende Juni – abermals zur Hochform auf, was am 30. Juli in einer neuen Rekordtemperatur für diesen Monat gipfelte (38,1 Grad; bisher 2022: 37,4 Grad). Auch der kälteste Tag fiel am 21.7. mit einem Maximum von 20,8° noch moderat aus; nur 2006 war dieser Tag mit 22,4 Grad noch wärmer. Es war seit 1945 erst zum 3. Mal der Fall, dass 31 warme Tage über 20 Grad gemessen werden konnten. Dem standen 3 sehr heiße Tage über 35 Grad (nur 2015 waren es 2 Tage mehr), und 12 Tropentage über 30 Grad gegenüber. Die 30-Grad-Schwelle wurde nur 1983 (13 Tage) und 2006 (14) öfter übertroffen. Auch 25 Sommertage über 25 Grad sind unüblich; normal sind es nur 15 Tage. Überboten wurde 2026 nur von 2018 (26 Sommertage) und 2006 (28). Die monatliche Temperaturspanne lag bei 33,4 Grad und wird nur noch vom Juli 2019 mit 33,6 Grad knapp überboten.
Windmäßig gesehen war der mittlere Sommermonat ein durchschnittlicher Monat. Mit 61,6 km/h wurde die stärkste Windböe am 30. Juli gemessen; es war die bislang stärkste in diesem Jahr. An elf Tagen erreichte man Windstärke 6 und der Wind blies so häufig aus Nord und Nordwest wie nie zuvor seit Beginn der Messungen.
Titelbild & Bilder im Text: DAs sommerliche Wildbad © Julia Ploch, LAG Region an der Romantischen Straße e. V.
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ø-Temperatur
19,8 C°
1,3 Grad zu warm
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Niederschlag insgesamt
20,2 Liter
62 Liter zu wenig
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Sonnenschein
324,1 Stunden
81 Stunden zu viel
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Stärkste Windboe
61,6 km/h
am 30. Juli 2026
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