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Wetterrückblick

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06. September 2023 | Wetterrückblick|0|

Schillingsfürst | Was zum Sommeranfang landauf und landab fehlte, gab es im August im Überfluss: Regen. Insgesamt kamen im letzten Sommermonat 153,4 Liter zusammen, was einem Plus von 115 Prozent oder 82 Litern entspricht. Vor dem diesjährigen August liegen nur der 8. Monat des Jahres 2006 (damals 158,1 Liter) und der Rekordhalter aus dem Jahr 1945 mit sintflutartigen 204 Liter.

Wolkenbruch in der Gemeinde WörnitzÜber den Monat hinweg regnete es jetzt an 24 Tagen, womit die Bestmarke aus dem Jahr 1968 egalisiert werden konnte. Das sind elf Niederschlagstage mehr als gewohnt. Eine neue Bestmarke gab es sogar bei den Tagen mit mindestens einem Liter Niederschlag: War bisher der August vor zwei Jahren mit 19 Tagen führend, so waren es heuer unglaubliche 21 Tage. Auch gab es vier Tage mit Starkregen über zehn Liter; mehr zählte man zuletzt 1995 (5 Tage). Der maximale Tagesniederschlag datierte jetzt vom 6. August, als 19,1 Liter innerhalb von 24 Stunden niederprasselten. Erstaunlich dabei, dass es im ganzen Monat kein Hochwasser gab; einfach weil der Regen gut verteilt war. An sechs Tagen zogen jetzt zehn Gewitter über das Land. Die mittlere Luftfeuchte lag am Nachmittag bei durchschnittlich 65,9 Prozent; in den vergangenen 40 Jahren war dieser Wert nur 2010 noch höher. Dafür war die geringste Luftfeuchte mit 47 Prozent so hoch wie nie (bisher 2021: 45 Prozent). Die Niederschlagsmengen im westlichen Landkreis schwankten zwischen 111,6 Liter in Rothenburg und 167,2 Liter in Dinkelsbühl-Oberwinstetten.

Erst war der August viel zu kalt, dann viel zu warm. Am Ende stand ein Temperaturmittel von 18,0 Grad, das den Monat um 0,2 Grad zu kühl ausweist. In den Nächten lag das durchschnittliche Minimum auf Grund der vielen Wolken bei 12,9 Grad (nur sechs Jahre brachten noch wärmere Nächte), am Boden war dieser Effekt noch ausgeprägter: Im Schnitt lag hier das Minimum bei 12,1°, womit nur im Hitzesommer 2003 die Nächte am Boden noch wärmer ausfielen. Mit einem Maximum von nur 14,3 Grad wurde der kälteste Tag am 28. August notiert; es war der kälteste Augusttag seit sechs Jahren. Mehr als drei Tag mit einem Maximum unter 15 Grad – wie jetzt geschehen – gab es zuletzt 1979 (damals fünf Tage). Über den Monat hinweg wurden jetzt 22 warme Tage über 20 Grad (4 Tage weniger als gewohnt), 15 Sommertage über 25 Grad, zehn heiße Tage über 30 Grad (plus 6 Tage) und 14 Sommernächte nicht unter 15 Grad (plus 8 Nächte) gezählt. Nur in vier Jahren gab es mehr Tropentage (über 30 Grad) und mehr Sommernächte. Dabei war die Nacht zum 21. August mit einem Tiefstwert von 19,9 Grad die 3. wärmste Augustnacht nach dem Krieg. Das Minimum in einer Bodentiefe von zehn Zentimetern lag bei 11,5 Grad; zuletzt war dieses vor 25 Jahren noch tiefer (1998: 11,3 Grad). Der Monat schaffte es trotz allem in die Top 25 der wärmsten Augustmonate nach dem Krieg (Platz 23)!

Blick auf das Brunnenhausmuseum Schillingsfürst über grüne WiesenMit 206,3 sonnigen Stunden ergab sich beim Sonnenschein ein Defizit von 11 Prozent oder 27 Stunden. In den letzten neun Jahren schien die Sonne nur 2021 (damals nur 181 Stunden) weniger. Zum Vergleich: Im Vorjahr schien die Augustsonne 101 Stunden länger als jetzt. Dabei war der 10. August jetzt mit 14 Stunden und zwei Minuten der 7.sonnigste Augusttag seit Messbeginn. Vom 27. bis 29. August blieben drei Tage in Folge ohne Sonnenstrahl; mehr solche Tage in Folge gab es im August noch nie. Dem standen jetzt zehn Tage mit mehr als zehn Sonnenstunden gegenüber. Neben sechs heiteren wurden sieben trübe Tage gezählt.

Der Wind war normal. An neun Tagen wurde Windstärke 6 erreicht. In der Spitze waren es 61,6 km/h am 2. des Monats. Mehr Südost-Wind war im letzten halben Jahrhundert nur 2015 beobachtet worden und weniger Nordostwind gab es zuletzt 2006; nämlich gar keinen. Am Monatsanfang sank der Luftdruck auf 996,6 Hektopascal; was den tiefsten Augustwert seit mindestens 25 Jahren ausmacht.

Heinz Meyer

Fotos: Sandra Lieb | Titelbild: Sonnenuntergang Hofgut Schönbronn | Bild im Text rechts: Wolkenbruch in der Gemeinde Wörnitz | Bild im Text links: Blick auf das Brunnenhausmuseum Schillingsfürst über grüne Wiesen


Icon Durchschnittstemperatur
ø-Temperatur
18,0 C°
0,2 C° zu kühl



Niederschlag Icon
Niederschlag insgesamt
153,4 Liter
+ 82 Liter zu wenig


Sonnenscheindauer.
Sonnenschein
206,3 Stunden
27 Stunden weniger als üblich


Icon Spitzenboe
Stärkste Windböe
61,6 km/h
am 02. August 2023

 


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