Schillingsfürst | Trotz einiger kühlerer Perioden mit ein wenig Niederschlag war das vergangene Frühjahr deutlich zu warm, überdurchschnittlich trocken und extrem sonnenscheinreich. So schaffte es das Fixgestirn auf 746,7 Stunden Sonnenschein; das sind 40 Prozent oder 213 Stunden mehr als im langjährigen Mittel (1991-2020). Damit geht der Frühling 2026 als 3. sonnigster in den letzten 127 Jahren in die Wetterannalen ein. Ein paar Stunden sonniger waren nur die Frühjahre 2011 und 2025.

Auch gab es eine neue Bestmarke bei der Sonnenscheindauer. So war der 25. Mai mit 15 Stunden und 13 Minuten Sonnenschein der sonnigste Frühlingstag der Wetterhistorie (bisher der 31. Mai 2021: 15:09 Stunden). Man zählte 29 heitere Tage (nur drei Mal waren es mehr: 2007, 2011 und 2025); dem standen nur 15 trübe Tage gegenüber; auch hier gab es nur drei Mal weniger (2013, 2020 und 2022). Fünf Frühlingstage blieben ohne einen Sonnenstrahl; das sind 3 Tage weniger als üblich. Dafür warteten gleich 35 Tage mit mehr als zehn Sonnenstunden auf; davon 10 Tage mit mehr als 14 Sonnenstunden. Das ist eine neue absolute Bestmarke, lag doch hier der Höchstwert bei 9 solchen Tagen im Jahr 1946.

Bei einem Temperaturmittel von 9,2 Grad (0,4 Grad zu warm) erlebte die Region das 12.wärmste Frühjahr in den letzten 81 Jahren. Vor allem die Tage waren im Schnitt mit 16,7 Grad extrem warm (nur 2018 mit 16,8° und 2011 mit 16,9° noch wärmer). Während diese 2,5 Grad wärmer als üblich waren, blieben die Nächte in der Luft um 1,3° und am Boden sogar um 2,6° zu kalt. Dies führte zu einer Schwankungsbreite von 14,4° zwischen Tag und Nacht und war nur im Vorjahr um ein Zehntel Grad größer. Das Maximum der Temperatur wurde am 26. Mai mit 31,2 Grad gemessen; es war der 3.heißeste Frühlingstag der Historie. 5 der 30 heißesten Tage wurden nun in 2026 gemessen. Erstmals gab es in dieser Jahreszeit 3 Tropentage über 30 Grad. Dagegen bescherte der 15. März mit einem Maximum von 5,5° den kältesten Tag; erst zum 4. Mal seit Messbeginn trat kein Tag mit einer Höchsttemperatur von unter 5 Grad auf. Insgesamt bescherte die Jahreszeit 56 Tage mit Bodenfrost; 18 Tage mehr als üblich. Dazu 29 Tage (plus 7) mit Luftfrost. Zwar gab es keinen Dauerfrost mehr, aber auf den ruhenden Gewässern bildete sich noch an 11 Tagen eine dünne Eisdecke aus. Ferner zählte man 23 warme Tage (plus 4) über 20 Grad, elf Sommertage über 25 Grad (plus 7; nur 2018 waren es mehr (17 Tage)); dazu 3 heiße Tage (plus 3) und die erste Sommernacht seit 8 Jahren; es war die 17. Sommernacht seit 1945.

Beim Niederschlag gab es ein erbärmliches Ergebnis: Mit 95,1 Liter fiel nicht einmal die Hälfte der sonst üblichen Menge; es fehlten 96 Liter zur Norm. Das trockenste Frühjahr seit 2020 (damals 92,8 Liter) war das 4.trockenste nach dem Krieg; nur 1976 (62 Liter), 2011 (72) und 2020 waren noch staubiger ausgefallen. Hauptsächlich dafür verantwortlich war vor allem der April mit exakt 20 Liter Niederschlag; nur 15 Frühlingsmonate waren in der Vergangenheit noch trockener ausgefallen. Das Tagesmaximum wurde mit 8,7 Liter am 11. März erreicht; man muss bis ins Jahr 1976 zurückgehen, um einen noch geringeren Tageshöchstwert (7,1 Liter) zu finden. Es sind die beiden einzigen Jahre, in denen kein Starkregentag mit mindestens zehn Liter vorkam. Statt 43 gab es heuer nur 36 Niederschlagstage. An 27 Tagen fiel Regen, an zwei Tagen Schnee und an 7 Tagen beides gemischt. Dazu kam, dass bei einer Luftfeuchte von nur 16 % der niedrigste Wert seit 1969 (15 %) abgelesen wurde. Bliebe noch der Wind, dessen Mittel zuletzt 1984 noch niedrigerer war als 2026. Ausgerechnet der 31. Mai bescherte mit 59,0 km/h den Spitzenwert, der zuletzt 1976 (55 km/h) unterboten wurde. Erstmals seit 13 Jahren wurde keine Sturmstärke 8 notiert. 24 Tage brachten es zumindest auf Windstärke 6. Seit 2003 wurde nicht mehr so viel Wind aus Nordwest gemessen, wie jetzt passiert. Der mittlere Luftdruck lag bei 1018,9 Hektopascal, das ist immerhin der höchste Wert seit 2011 (1019,2 HPa).
Titelbild & Foto im Text : Frühlingshaftes Rothenburg rund um das Kobolzeller Tor @ Andreas Ploch
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Sonnenstunden
746,7 Stunden
213 Stunden zu viel
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ø-Niederschlag
95,1 Liter
96 Liter zu wenig
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Stärkste Windböe
59,0 km/h
am 31. Mai 2026
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ø-Temperatur
9,2 C°
0,4 Grad zu warm
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