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» Jahreswetterrückblick 2025: Nicht mal eine Stunde fehlte zum Sonnenscheinrekord «

20. Januar 2026 | Wetterrückblick|0|

Schillingsfürst | Am Ende fehlten 0,9 Stunden Sonnenschein, dann wäre 2025 das sonnigste Jahr seit Messbeginn vor 125 Jahren gewesen. Das Fixgestirn schien jetzt 2167,7 Stunden lang vom Himmel, womit die Norm um 25 Prozent oder 430 Stunden überboten wurde. Somit bleibt 2003 mit 2168,6 Stunden das sonnigste Jahr der hiesigen Historie. Trotzdem gab es im vergangenen Jahr zahlreiche Bestmarken.

Die Johanniskirche in Feuchtwangen im Sommer

Erstmals schien die Sonne in einem Jahr in allen Monaten über 90 Stunden lang; das gab es noch nie; ebenso wie die Tatsache, dass der Himmelskörper an 55 Tagen mindestens 12 Stunden lang schien (bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2020: 51 Tage). Auch 25 Tagen mit mehr als 14 Sonnenstunden sind ein neuer absoluter Rekord, war doch hier das Jahr 2022 mit 19 solchen Tagen bisher das Maß der Dinge. Dazu kommt, dass nur 46 Tage (32 Tage weniger als üblich) ohne einen Sonnenstrahl blieben, womit die Bestmarke aus dem Jahr 2008 egalisiert werden konnte. Gleich neun Monate brachten in 2025 zu viel Sonne; nur drei Monate zu wenig. Spitzenreiter war der Juni mit fast 319 Sonnenstunden, was ihn auf Platz fünf der sonnigsten Monate überhaupt brachte. Selbst der Mai und der August schoben sich in dieser Reihe noch unter die Top 20. Sonnigster Tag des Jahres war der 20. Juni mit 15 Stunden und 31 Minuten Sonnenschein; damit nimmt er Platz 3 der sonnigsten Tage seit Messbeginn ein. Neben 123 trüben Tagen (21 Tage weniger als üblich) wurden 77 heitere Tage (27 Tage mehr als im Schnitt) protokolliert; Letzteres kam nur im Hitzejahr 2003 mit 86 Tagen noch häufiger vor. Zu trübe waren in 2025 nur die Monate Juli, September und Oktober. 

Die Schranne in Feuchtwangen im SommerGanz von der gewohnten Seite zeigten sich die Niederschläge, die es auf eine Jahressumme von 771,8 Litern brachten. Das sind nur 8 Prozent oder 65 Liter weniger als gewohnt. Die größte Tagesmenge brachte der 24. Sept. mit 47,6 Liter innerhalb von 24 Stunden; das ist der höchste Tageswert seit dem 3. Dez. 2018 (damals 61 Liter). Seit Messbeginn vor 80 Jahren gab es nur 17 noch niederschlagsreichere Tage. Insgesamt wurden 156 Niederschlagstage gezählt; das sind 28 Tage weniger als üblich und ist der niedrigste Wert seit dem Hitzejahr 2003 (damals nur 140 Tage). 129 Tage brachten Regen, sieben Tage Schnee und 20 Tage Regen und Schnee gemischt. An 107 Tagen fiel mindestens ein Liter Niederschlag; an 23 Tagen waren es mindestens 10 Liter. 13 Tage mit Glatteisregen wurden nur 2010 (damals 21 Tage) überboten. Eine neue Bestmarke gab es dagegen bei der Anzahl der Reiftage: mit 127 Tagen wurde der Rekord aus dem Jahr 2020 (114 Tage) ausgelöscht. Der Winter brachte 47 Tage mit einer Schneelage; das sind 16 Tage weniger als im langjährigen Mittel. An 21 Tagen gab es eine geschlossene Schneedecke; an 8 Tagen lagen nur noch Schneereste. Nach der Jahrtausendwende war nur das Vorjahr noch schneeärmer als 2025. Die maximale Schneehöhe wurde mit 13 Zentimeter am 5. Jan. 2025 gemessen. An 29 Tagen maß die Schneedecke mindestens einen Zentimeter; davon an nur 2 Tagen mehr als 10 Zentimeter. An 26 Tagen gab es Neuschnee, der sich insgesamt auf 40 Zentimeter summierte.

Die Stiftskirche in Feuchtwangen im Sommer

Gemessen am Windmittel war 2025 das windschwächste Jahr seit 36 Jahren. Es wurden 81 windige Tage mit Windstärke 6 protokolliert, das sind 24 Tage weniger als üblich. Noch weniger windige Tage gab es zuletzt 1991 (74 Tage). Nur an 6 Tagen erreichte der Wind Sturmstärke 8; noch weniger solcher Tag wurden zuletzt 1989 (6 Tage) gezählt. Der 9. Januar 2025 brachte mit 74,5 km/h (= Windstärke 8) die Spitzenböe des Jahres; noch niedriger war diese zuletzt 1991 (damals 68 km/h). Nur in den Jahren1979 und 2003 blies der Wind noch seltener aus westlicher Richtung, wie das in 2025 der Fall war. 

Mit einem Temperaturmittel von 9,1 Grad war das Jahr um 0,1 Grad geringfügig zu warm; obwohl gleich sieben Monate leicht unterkühlt daherkamen. In den vergangenen acht Jahren war es nur 2021 (8,3 Grad) kälter. Seit 1945 stehen aber nur 14 wärmere Jahre zu Buche. Während die Tage um 1,2 Grad zu warm waren, fielen die Nächte um 0,8 Grad zu kalt aus. In den letzten 15 Jahren waren die Nächte nur 2021 noch kühler. Direkt über dem Erdboden betrug das Temperaturmittel 1,1 Grad, womit die Nächte dort um 1,6 Grad zu kalt waren. So kalte Nächte hatte es seit vier Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Auf Grund von wenig Wolken betrug die Temperaturspanne zwischen Tag und Nacht im Schnitt 11,3 Grad, was nur 2018 mit 11,4 Grad überboten wurde. Heißester Tag des Jahres war der 2. Juli mit 36,1 Grad; sein kaltes Pendant der 25. Februar mit einem Maximum von minus 1,9 Grad; nur in drei Jahren war der kälteste Jahrestag weniger kalt ausgefallen. Zum dritten Mal in Folge gab es keinen Tag mit einem Maximum unter minus 5 Grad; das ist ein Novum. Die tiefsten Temperaturen gehen ausgerechnet auf den Silvestertag zurück, als in der Luft minus 11,6 Grad und am Boden minus 16,4 Grad gemessen wurden. Über das Jahr hinweg wurden 20 Tropentage über 30 Grad (9 Tage mehr als üblich), 25 Sommertage über 25 Grad (plus 3 Tage), 113 warme Tage über 20 Grad (+ 6 Tage), 17 Eistage mit Dauerfrost (minus 7 Tage), 116 Tage mit Luftfrost (+ 21 Tage) und die stolze Zahl von 164 Tagen mit Bodenfrost (+ 33 Tage) registriert. Nach dem Krieg hat es nur in drei Jahren noch mehr Bodenfröste gegeben (1967, 1968 und 2021). Ferner wurden 22 laue Sommernächte (plus 1 Nacht) aufgelistet, in denen die Temperatur nicht unter 15 Grad absank; weniger waren es zuletzt 2014. Zudem brachte der 3. Juli bei einem Minimum von 20,2 Grad die erst 11. Tropennacht seit 1945. Außerdem wartete das Jahr mit exakt 100 Tagen mit einer Eisdecke auf den ruhenden Gewässern auf; davon an 91 Tagen eine geschlossene Eisdecke; mehr solche Tage wurden zuletzt 2013 (98 Tage) gezählt. 

 

Heinz Meyer

Titelbild: Zitronenbaum vor der sommerlichen Kulisse des Kastens in Feuchtwangen @ Julia Ploch I Fotos im Text : Die Johanniskirche in Feuchtwangen im Sommer, Die Feuchtwanger Schranne im Sommer @ Julia Ploch


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Sonnenstunden
2167,7 Stunden
430 Stunden zu viel


Niederschlag Icon
ø-Niederschlag
771,8 Liter
65 Liter zu wenig


Icon Spitzenböe
Stärkste Windböe
74,5 km/h
am 09. Januar 2025


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ø-Temperatur
+9,1 C°
0,1 Grad zu warm


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