Heimkommen | Newsblog

Natur & Co.

» Happy Weltbienentag - Dinkelsbühl schafft noch mehr insektenfreundliche Lebensräume «

20. Mai 2022 | Natur & Co.|0|

Eine Welt ohne Bienen ist undenkbar, denn sie stehen als Bestäuber für Biodiversität und Ernährungssicherheit. Deswegen hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen seit dem Jahr 2018 den 20. Mai als »World Bee Day« ausgerufen. Das Ziel des Weltbienentages ist es, der Öffentlichkeit die immense Bedeutung von Bienen aufzuzeigen und auf den starken Rückgang der Bienenpopulation sowie den erforderlichen Schutz dieser Insekten hinzuweisen.

Biene auf BestäubungsflugRund 560 Wildbienenarten gibt es in Deutschland, etwa die Hälfte aller Arten steht auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten: Etwa 48% der 557 in der Roten Liste bewerteten Bienenarten sind bestandsgefährdet oder schon ausgestorben. Nur etwa 37 % gelten als ungefährdet. Der Rest ist entweder extrem selten, steht auf der Vorwarnliste oder kann mangels ausreichender Daten nicht eingestuft werden. 

Aber ohne die Biene und ihre Bestäubung gäbe es kaum Früchte und Samen. Die meisten aller hiesigen Wild- und Nutzpflanzen werden durch Bienen bestäubt und auch bei der Produktion von ganz vielen Nahrungsmittel waren zuvor Bienen beteiligt. Durch ihre Spezialisierung bestäuben Wildbienen Pflanzen, die die Honigbienen aufgrund ihres Körperbaus nicht bestäuben können. Für eine sichere Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen braucht es neben den Honigbienen auch eine artenreiche Wildbienenfauna.
 
Aber warum sind so viele Arten akut bedroht? Die Gründe für das Sterben der Honig- und Wildbienen sind breit gefächert: Die Zerstörung von Lebensräumen zählt neben den zunehmenden Monokulturen in der Landwirtschaft sowie dem Pestizideinsatz zu den größten Faktoren. Die Nistmöglichkeiten der Wildbienen werden immer seltener, da Flächen versiegelt und Totholz entfernt wird. 
 
Honig im Glas

Dem will die Stadt Dinkelsbühl mit der Initiative »Stadtbiene« entgegenwirken, deren Ziel es ist insektenfreundliche Lebensräume zu schaffen, Akteure zu vernetzen, Wissen und Erfahrungen auszutauschen und Einheimischen und Gästen die Natur näher zu bringen. 

Dinkelsbühl hat die letzten Jahre zahlreiche Lebensräume mit einem reichen Nahrungsangebot von nektar- und pollenspendenden Wildpflanzen geschaffen: Es wurden Blumenwiesen und Blumenstreifen gepflanzt, Heilpflanzen- und Kräutergarten und Beerensträucher angelegt, die Streuobstinitiative »Zukunft.Streuobst« und »Der Zukunft Wurzeln geben« wurden gestartet. Weitere tolle Aktionen waren die Kräuterwerkstatt im Museum Haus der Geschichte, Samentüten für Häuslebauer, die »Beedabei«-Blumenkästen oder die Pflanzaktion der Stadtjugendpflege.
 

Lavendelfeld mit BieneMit einem gemeinsamen Aktionsprogramm möchte man auch in Zukunft verschiedene Zielgruppen ansprechen: Einheimische und Gäste, Kinder und Erwachsene. Die Stadt sieht großes Potential etwa mit Führungen, Vorträge und Workshops: Welche Pflanzen wachsen auf den Wiesen? Warum wird die Wiese nicht gemäht, wenn sie verblüht ist? Wettbewerbe sollen dazu dienen, Bürgerinnen und Bürger zur insektenfreundlichen Gestaltung ihrer Privatgärten zu motivieren. Auch Gäste freuen sich darauf, die grünen Oasen in der Stadt etwa bei Naturerlebnis-Führungen näher kennen zu lernen. Ein weiterer Teil des Projekts ist die Vermarktung eines Dinkelsbühler Stadthonigs. Das Ziel ist es, so nachhaltig, insektenfreundlich und bewusst zu agieren, dass am Weihnachtsmarkt 2022 ein Dinkelsbühler Stadthonig angeboten werden kann.

Gestalte doch – falls du die Chance dazu hast – deine Umgebung und deinen Garten bienen- bzw. insektenfreundlich. Buchhandel, Gartenzeitschriften oder das Internet bieten entsprechenden Lesestoff und großartige Anregungen zum Nachmachen an. Außerdem hast du als Konsumentin und Käufer Einfluss darauf, dass unsere Landwirtschaft nach und nach ökologischer betrieben wird. Wer sich, wie auch immer, ins Projekt »Stadtbiene« mit seinen Ideen, Vorschlägen, Anregungen oder auch mit konstruktiver Kritik mit einbringen möchte, ist jederzeit herzlich willkommen.

Und nun raus in die Natur und erfreue dich an den liebenswerten brummenden Pelztieren :-)!

Julia & Sandra


Teilen: