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29. Januar 2026 | Die Region entdecken|0|

Hoch über dem Taubertal, wo heute alte Bäume den Burggarten prägen und Besucher über das Taubertal blicken, stand einst eine der bedeutendsten Wehranlagen Süddeutschlands: die Stauferburg von Rothenburg. Seit 2010 erinnert eine schlichte Stele an eine bedeutende Epoche der deutschen Geschichte. Sie markiert einen Ort, an dem einst Machtzentrum, Reichsburg und staufische Geschichte eng miteinander verbunden waren.

Die Stele ist Teil eines internationalen Projekts, das an 38 Orten in sechs europäischen Staaten an den Einfluss der Staufer erinnert. Dieses Adelsgeschlecht brachte zahlreiche Könige und Kaiser hervor, deren Herrschaft als Höhepunkt der deutschen Geschichte gilt. Ab dem späten 12. Jahrhundert reichte ihr Machtbereich von Lübeck bis Palermo und von Lyon bis Wien – auch Rothenburg gehörte dazu. Die Bezeichnung »Staufer« selbst wurde erst später geprägt und leitet sich vom Hohenstaufen bei Göppingen ab, dem einstigen Stammsitz der Dynastie. Dort steht heute als symbolischer »Taufstein« - die größte aller Stauferstelen.

Die Geschichte dieses Ortes ist eng mit dem Aufstieg der Hohenstaufen verknüpft. Nachdem die Linie der Grafen von Comburg-Rothenburg im Jahr 1116 erloschen war, gelangte das Gebiet unter die Kontrolle der Staufer-Dynastie. Im Jahr 1142 erhob König Konrad III. die Anlage zur Reichsburg und machte Rothenburg damit zum Mittelpunkt seiner Herrschaft. In ihrer Blütezeit fungierte die Burg fast wie eine Hauptstadtresidenz und erstreckte sich über die gesamte Fläche des heutigen Gartens. Ihre europäische Bedeutung wird unter anderem durch die Erwähnung in einem Vertrag zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und König Alfons VIII. von Kastilien im Jahr 1188 deutlich. Doch die Pracht endete jäh: Ein verheerendes Erdbeben im Jahr 1356 zerstörte die Anlage vermutlich schwer. In den folgenden Jahrhunderten wurden die Befestigungen abgetragen und die Steine für städtische Bauten wiederverwendet, sodass heute lediglich das Burgtor als bauliches Zeugnis der Festung erhalten geblieben ist.

Wappen auf der Stauferstele im Rothenburger BurggartenGestalterisch gleicht die Rothenburger Stele allen anderen des Projekts: Sie besitzt eine oktogonale Grundform, besteht aus vier Teilen und ist 2,75 Meter hoch. Gefertigt wurde sie aus rahmweiß gebändertem Jura-Travertin aus Pappenheim im Altmühltal. Vier Inschriften mit zugehörigen Wappen zieren die Säule: das gezackte Frankenwappen, das Rothenburger Stadtwappen, der Reichsadler sowie drei schwäbisch-herzögliche Löwen. Ein goldenes Band am oberen Abschluss symbolisiert die Reichskrone der Staufer. Trotz ihres Gewichts wirkt die Stele nicht dominant, sondern fügt sich ruhig in die Gartenanlage ein – nicht zuletzt im Zusammenspiel mit den jahrhundertealten Bäumen, die den Ort prägen.

So steht die Stauferstele im Burggarten nicht nur als Denkmal aus Stein, sondern als stiller Erinnerungsort: an eine verlorene Burg, an Rothenburgs Rolle als staufisches Machtzentrum und an ein Reich, dessen Spuren bis heute sichtbar geblieben sind.

Wir wünschen dir viel Freude beim Erkunden und Eintauchen in Rothenburgs Geschichte!

Julia & Sandra



Adresse:

Im Burggarten
91541 Rothenburg ob der Tauber

Öffnungszeiten:

Die Stele ist jederzeit zugänglich
 

Anfahrt:

Schrannen Parkplatz (Schrannenpl. 12, 91541 Rothenburg ob der Tauber), dann den Tor- und Turmweg in Richtung Westen bis zum Burggarten laufen, alternativ über den Marktplatz und die Herrngasse entland bis zum Burggarten. Dort steht die Stele einige Meter hinter dem Burgtor auf der rechten Seite. 
 

Die Stauferstele im Burggarten in Rothenburg ob der Tauber

Inschrift auf der Stauferstele im Burggarten in Rothenburg ob der Tauber

Die Stauferstele im Burggarten in Rothenburg im Abendlicht

Blick auf das Taubertal und die Stauferstele in Burggarten in Rothenburg

 
 


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